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Schnupfen (Rhinitis)

Schnupfen kann das akute Symptom einer Erkältung sein, auf eine Allergie hindeuten, chronisch werden. Für die unterschiedlichen Rhinitis-Formen gibt es zahlreiche Ursachen
von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 23.05.2017

Schnupfen: Ob Virusattacke oder Pollenreiz – die Nase reagiert bisweilen mit heftiger Abwehr

iStock/Uberphotos

Alle Jahre wieder – oder mehrmals im Jahr: Die Nase fängt an zu jucken, es folgen Niesattacken, die Schleimhäute schwellen an, das Atmen durch die Nase fällt schwer. Gleichzeitig läuft vermehrt Sekret aus der Nase. Auch der feine Geruchssinn ist oft beeinträchtigt.

Infektion und Allergie: Die häufigsten Schnupfenauslöser

Kommen Halsschmerzen, Husten, Kopfweh und Abgeschlagenheit dazu, handelt es sich meist um eine typische Erkältung. Die Virusinfektion tritt gehäuft im Herbst und Winter, aber auch im Frühjahr oder Sommer auf. Schnupfen, medizinisch Rhinitis, ist eines der Hauptsymptome. So ein akuter Schnupfen vergeht in der Regel nach ein bis zwei Wochen.

Immer mehr Menschen denken allerdings bei dem Wort Schnupfen an ihren Heuschnupfen, der sie regelmäßig am Ende des Winters und im Frühjahr plagt. Wenn Bäume oder Gräser blühen, verursachen die Pollen attackenartig oder ständig laufende, juckende Nasen und gerötete, tränende Augen. Auch im Gaumen kann ein brennendes Gefühl entstehen. Je nach Art und Ausprägung der Allergie kommen Hautausschläge und Atembeschwerden dazu.

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Was ist Schnupfen überhaupt?

Bei einer Rhinitis entzündet sich die Schleimhaut, die beide Nasenhöhlen auskleidet. Sie wird wund, sondert wässriges oder eitriges Sekret ab und schwillt an. Die Schleimhaut reagiert damit auf unterschiedliche Einflüsse und Reize. In erster Linie sind es Infektionen mit Krankheitserregern, vor allem Viren, in zweiter Linie allergieauslösende Substanzen.

Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten, um die Nasenschleimhaut akut zu irritieren. Wer musste nicht schon heftig die Nase hochziehen und die Augen trocknen, wenn er ein Gericht mit Meerrettich oder anderen scharfen Gewürzen gegessen hat? Oder bei Wind über eine staubige Schotterstraße laufen musste? Verschmutzte Luft, Staubpartikel, Gase und Rauch können unserem Riechorgan mächtig zusetzen. Oder auch plötzlicher Wechsel von Kälte und Wärme. Und wer ständig zu abschwellenden Nasentropfen oder -sprays greift, schädigt damit ebenfalls die Nasenschleimhaut.

Darüber hinaus beeinflussen von innen kommende Auslöser mehr oder minder ausgeprägt die Funktion der Schleimhaut. So wirken sich Alkohol, Medikamente, hormonelle Einflüsse sowie Stress und psychische Belastungen aus.

Das heißt auch: Schnupfen kann chronisch werden. Die Nasenatmung ist dann häufig oder dauerhaft erschwert, es fließt Schleim in den Rachen ab. Brennen im Rachen und Hustenreiz sind oft die Folge. Auch Kopf- oder Gesichtsschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen können sich einstellen.

Viele sind zum Beispiel im höheren Alter von einer ständig laufenden Nase (Rhinorrhö) geplagt. Sind krankhafte Ursachen ausgeschlossen, kann man davon ausgehen, dass bestimmte, altersbedingte Veränderungen der Nasenschleimhaut zugrunde liegen. Unter anderem können hier pflanzliche Mittel etwas Linderung verschaffen (siehe Kapitel "Schnupfen: Therapie und Selbsthilfe").

Warum wir akut und chronisch verschnupft sein können, erläutern die einzelnen Kapitel dieses Beitrags genauer. Vorneweg noch ein kurzer Blick auf einige interessante Aspekte der Nase.

Hochleistungsorgan Nase

Unser Riech-, Spür- und Atemorgan ist ein komplexes Gebilde. Es liegt im Zentrum des Gesichtes und markiert sein Profil. Die Atemluft passiert idealerweise zuerst die Nase. Ihre Auskleidung hat wichtige Abwehrfunktionen inne. Als Sinnesorgan vermittelt sie uns  Zugang zur Welt der Düfte und des Geschmacks und damit häufig angenehme Gefühle. Die Nase steht aber auch für Erkenntnis und Erinnerung, und sie hilft mit, dass wir uns schützen, man denke nur an die alarmierende Wahrnehmung von Gasgeruch.

Reinigungs- und Abwehrstation

Die Nase stellt die erste Kontroll- und Aufbereitungsstation für die eingeatmete Luft dar. Dadurch ist ihre Schleimhaut besonders intensiv Reizpartikeln und Krankhgeitserregern ausgesetzt. Die Nasenschleimhaut reinigt, wärmt und befeuchtet die einströmende Luft. Schmutzteilchen und Mikroben werden durch spezielle Zellen und feinste Härchen (Zilien) herausgefiltert beziehungsweise bekämpft und über den Schleim, den wir meist schlucken, ohne es zu bemerken, abtransportiert. Damit kommt der Schleimhaut eine besondere Aufgabe bei der Immunabwehr zu. Unterschiedliche Körperfunktionen, Nervensysteme sowie Abwehrzellen in Blut und Lymphe steuern die Vorgänge im Naseninneren. Ein geschwächtes Immunsystem spielt eine wichtige Rolle bei Entzündungen der Schleimhaut in der Nase und in den übrigen Atemwegen.

Hindernisse oder Verformungen in der Nase, etwa eine schiefe Nasenscheidewand, die die beiden Nasenhöhlen voneinander trennt, behindern möglicherweise den Luftstrom und den beständig ablaufenden Reinigungsprozess. Dadurch wird auch die Schleimhaut verstärkt angegriffen. Trockene Schleimhäute können ebenfalls ihre Funktionen nicht erfüllen und sind entzündungsanfällig.

Spezialist für Geruch und Geschmack

Einen Teil der Nasenschleimhaut bildet die sogenannte Riechschleimhaut, deren Zellen mit dem Riechzentrum im Gehirn verbunden sind, wo Gerüche wahrgenommen werden. Deshalb können wir bei Schnupfen oft auch nicht mehr so gut riechen. Und nicht mehr so sensibel schmecken, da Geruchs- und Geschmackssinn miteinander verbunden sind.

Auch die Nasennebenhöhlen spielen bei Schnupfen eine wichtige Rolle

W&B/ Jörg Kühn

Eng verbunden: Nase, Augen, Ohren und Nasennebenhöhlen

Die Nasenschleimhaut geht unmittelbar in die Schleimhaut über, die die Nasennebenhöhlen auskleidet. Bei einem Schnupfen sind daher manchmal auch die Nebenhöhlen mit betroffen. Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine mögliche Folge. Sie verstärkt ihrerseits aber wiederum den Schnupfen und ist damit auch Ursache. Dies kommt auch in der Fachbezeichnung Rhinosinusitis zum Ausdruck.

Weitere Verbindungen bestehen vom Auge zur Nase über den Tränennasengang und vom Ohr zum Nasenrachenraum über die Ohrtrompete (Eustachische Röhre). Wenn wir weinen, läuft uns deshalb meist auch die Nase, und ein Erkältungsschnupfen zieht mitunter eine Mittelohrentzündung nach sich.

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Schnupfen und Erkältung: Was Sie vorbeugend tun können

Dazu gehören vor allem zwei Dinge: Die Immunabwehr stärken und die Nasenschleimhaut gut befeuchten. Ausreichend Schlaf und Bewegung sowie eine gesunde Ernährung helfen dem Körper, sich gegen krankmachende Einflüsse zu wappnen. Denn Bewegung und eine bewusste, gute Körperhaltung trainiert nicht nur Muskeln, sondern auch die Durchblutung und Atmung. Und normales Körpergewicht gilt als gute Voraussetzung, um gesund zu bleiben.

Umweltbelastungen, wozu auch Allergieauslöser (Allergene) gehören, kann man kaum entgehen. Aber wer dafür sorgt, dass die Schleimhäute in der Nase und den übrigen Atemwegen ausreichend befeuchtet sind, unterstützt zumindest ihre Widerstandskraft. Das heißt: Auf gesunde Raumtemperaturen achten und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen (sofern wegen einer Erkrankung hier keine Einschränkungen bestehen).

! Wichtig: Gegen Grippe wird eine Impfung empfohlen.
Mehr Infos zur Vorbeugung, aber auch Linderung von Schnupfen und allergischen Beschwerden im Kapitel "Schnupfen: Therapie und Selbsthilfe" in diesem Beitrag.

Fazit: Da wir selbst bei guter Vorbeugung und bester Immunlage aber keine Immunität gegen die zahllosen Erkältungsviren entwickeln können und es viele andere Ursachen für die geschwollene und gereizte Nasenschleimhaut gibt, ist die Rhinitis ein weit verbreitetes Symptom, unter dem viele Menschen in unterschiedlicher Form und Häufigkeit zu leiden haben. Lesen Sie mehr zu den Formen der Rhinitis und ihren Ursachen in den nachfolgenden Kapiteln (Übersicht am Anfang des Textes und Kapitellinks unten).

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Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Fachredaktion: Dr. med. Claudia Osthoff




Bildnachweis: iStock/Uberphotos, Banana Stock/ RYF, W&B/ Jörg Kühn, F1online/Moodboard, Panthermedia, Getty Images/SciencePhotoLibrary
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